13.03.2018 | Gesetze

Bundesrat will Gaffervideos härter bestrafen

Änderung von § 201a StGB geplant

Immer häufiger fotografieren oder filmen Schaulustige mit ihren Smartphones Opfer von Unglücken. Die so entstandenen Bild- und Videoaufnahmen werden anschließend oft in sozialen Netzwerken verbreitet oder an Fernsehsender sowie Zeitungen weitergegeben.

Gaffer, die Videos oder Fotos von Unfällen, Anschlägen oder Naturkatastrophen aufnehmen, im Netz verbreiten und damit tödlich verunglückte Opfer bloßstellen, sollen nach einem Beschluss des Bundesrats vom 02.03.2018 nun härter bestraft werden.

Hierzu soll der Anwendungsbereich von § 201a StGB, welcher derzeit unbefugte Bildaufnahmen von Personen, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befinden (§ 201a Abs. 1 Nr. 1 StGB) sowie auch solche Bildaufnahmen, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellen (§ 201a Abs. 1 Nr. 2 StGB), unter Strafe stellt, erweitert werden.

Den Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches (StGB) - Effektive Bekämpfung von sogenannten "Gaffern" sowie Verbesserung des Schutzes des Persönlichkeitsrechts von Verstorbenen finden Sie im Volltext hier, den dazugehörigen Plenarantrag hier.

Strafverteidiger Kolivas - Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg & bundesweit